Zauberhafter Roman
Buch Rezension & Kritik
Paradise Garden Elena Fischer

Paradise Garden

· Rezension vom 12.09.2023

Zauberhaftes Debüt für alle, die etwas Schönes lesen möchten.

“Paradise Garden” lautet der Titel von Elena Fischers Debütroman, der im August bei Diogenes erschienen ist und es direkt auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2023 geschafft hat. So malerisch wie der Name des Buches klingt, ist diese einfach schöne Geschichte. Und das, obwohl sie mit dem schweren Thema Tod der Mutter beginnt:

“Meine Mutter starb diesen Sommer.”

In der Rückblende erzählt die 14-Jährige Billie vom Leben mit ihrer Mutter auf engstem Raum in einer Hochhaussiedlung. Auch mit wenig Geld kreiert die Mutter große Lebensfreude für beide. Sie springen vom 10-Meter-Turm, feiern Nicht-Geburtstage, essen den größten Eisbecher namens Paradise Garden und haben viel Spaß beim Gewinnspiel im Radio Song Titel zu erraten. Doch dann zieht die Großmutter aus Ungarn bei ihnen ein und Billies Mutter stirbt. “Mein Leben war in zwei Teile zerfallen. In ein Davor und in ein Danach. Davor war meine Mutter die Antwort, danach war sie die Frage.” Und Billie begibt sich auf die Suche nach Antworten - zu ihrem unbekannten Vater und ihrer Herkunft. An diesem Punkt des Romans startet ein abenteuerlicher Roadtrip à la “Tschick”. Billie haut ab, fährt mit dem alten Nissan nach Norddeutschland und wird auf einer kleinen ostfriesischen Insel, die Spiekeroog sein könnte, fündig. Auch wenn anders als geplant.

Elena Fischers Debütroman kam mir teilweise wie ein Märchen vor. Ihre bildhafte Sprache fand ich zum Verlieben. Nur zwei kleine Beispiele dazu: Der Sternenhimmel auf der Insel sieht für Billie aus “als hätte der Himmel ein Hochzeitskleid angezogen”. Und nach einem Konflikt macht sie Folgendes: “In Gedanken nahm ich einen Radiergummi. Dann radierte ich die Szene von vorhin einfach weg. Einzelne Wörter verschwanden. Dann beide Sätze. Und dann war das Blatt wieder weiß.”

Einfach zauberhaft! Und erfrischend anders. Wer etwas Schönes lesen möchte, der sollte dieses Buch lesen.

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das eBook Rezensionsexemplar.

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Fazit: Ein zauberhaftes Debüt mit bildhafter Sprache über eine Tochter, die nach dem Tod der Mutter Antworten auf ihre Herkunft sucht.

Über die Rezensentin

Stefanie Jarantowski schreibt selbst Bücher und spricht noch lieber darüber. Von ihrem Schreibtisch in Stralsund aus schreibt sie in „Steffis Literaturcafé" über große Romane, feine Erzählungen und alles dazwischen. Ihr Anspruch: Begeisterung wecken und Literatur lebendig machen.

Rezension - besprochenes Buch

Titel: Paradise Garden
Belletristik
Empfehlung
352 Seiten
Verlag: Diogenes
Erscheinungsjahr:
ISBN: 978-3-257-07250-1